Meine Ayurvedakur in Indien – ein Erfahrungsbericht

Anflug über Cochin

Die indische Nacht hüllt Cochin um 3.30 in der Früh in tiefstes Dunkel.
Am Rande des dunklen Nichts, wo man den Horizont vermutet, schwebt ein schmaler Nebelschleier in Anthrazitschwarz, vor der schwarzen Nacht.
Über der hauchzarten Grenze, die fast wie erfunden wirkt, wie eine Illusion, zieren ein paar Sterne den Himmel wie Nadelköpfe in einem samtenen Nadelkissen.
Unten – im Wasser des an Ernakulum angrenzenden Meeres, blinken ebenfalls vereinzelte Sterne.

Es ist ein Moment großen Lichtes, den Flughafen zu verlassen und über die glatten hellen Steinplatten dem Ausgang zu folgen.
Dort draußen stehen – abgetrennt durch eine schnur – die famoilienangehörigen, die Fahrer, die Wartenden. Dort draußen ist Indien. Dort ist das LIcht.
Die Energie Indiens fährt in mich hinein. Etwas liegt in der Luft zwischen dem typischen indischen süßen Muffgeruch, dem heute noch ein beschwerender Smoggeruch zugrunde liegt.

Die Taxi fährt mit mir durch das Land meiner Ayurvedakur entgegen.

Es giibt einige Anbieter von Ayurvedakuren. Die Auswahl sollte nach folgenden Kriterien ausfallen:

Arzt bringt viel Erfahrung mit
Therapeuten können wirklich gut massieren
Ayurvedadiät
Hochwertige Öle
Der Ort soll angenehm für alle Sinne sein
Schön wohnen (mit Moskitonetz)
Beratung des Artztes während der Kur
Behandlungen sollten passend sein
Erläuterungen sollten gegeben werden
Preis-Leistungsverhältnis

Jetzt erst einmal ankommen…

Abends entblöst sich vor meinen Augen die maßlose, überwältignd farbenfreudige Anmut des Meeres in der Stimmung vor dem Abendrot. Die Pastellnuancen schmelzen von türkis, rosa, orange und helgelb ineinander und spiegeln sich in der Oberfläche der 2 m hohen donnernden Wellen. Das Meer liebt den verspielten Tanz mit den Farbnuancen, die aus dem Himmel reflektieren, und entwirft immer neue Kreationen unendlicher Mosaike.

1. Kurtag:
Ich komme mit starken Rückenschmerzen, mein Becken scheint schief zu stehen.
Außerdem habe ich eine Stoffwechselstörung und  wiederkehrende Beschwerden im ganzen Körper. Ein ausführliches Gespräch mit dem Arzt erklärt mir, daß ich unter sehr hohem Vata leide und auch eine Pittastörung habe.
Wir nehmen die ausführliche Konstitutionstestung für mich vor.

Im Massageraum erwartet mich eine Überraschung: ich werde von 2 Therapeutinnen behandelt! Shadi und Trina kümmern sich ab sofort mit aller Hingabe um mich!

Schliesslich geht die 1. Behandlung los. Ich bekomme eine Kopfmassage zunächst im Sitzen.
Ein ayurvedisches Kräuteröl wird für mich verwendet und auf meiner Scheitelmitte eingerieben. Mit schnellen Kreisungen und bestimmten Linienfolgen wird nun mein Kopf massiert. Dann darf ich mich auf die Holzbank legen, auf der eine Matte mit einem Kunstfasertuch liegt. In der Rückenlage erhalte ich die Gesichtsmassage.

Schon nach der Gesichtsmassge mit einer duftenden Paste aus Sabndelholz, Safran, Kurkuma, Kokosöl und weiteren Inhaltstoffen fühle ich mich sehr entspannt und kaum noch ansprechbar.
Die beiden Therapeutinnen arbeiten nun sehr klar synchron auf meinen beiden Körperseiten.

Die Massage bringt das Öl in die Haut tief ein und wirkt in den tieferen Gewebeschichten.
Nach der Massage bekomme ich für meine Rückenschmerzen noch eine Anwendung mit heiss-öligen Kräuterbeuteln.
Die Hitze öffnet die Poren und lässt das Öl noch tiefer in das Gewebe eindringen. Ich bekomme das Kshirabalaöl. Es kühlt bei der Wärme, senkt durch das Kühlen auch die Entzündungen. Kshirabal bekomme ich in den weiteren Stirnölgüssen am Kopf und auch in dem Massageöl, sowie als innere Anwendung in einer Potenz von 101. Es ist eines der wertvollsten Ayurvedaöle, es ist in der Lage, fehlende Schleimhäute im Körperinneren wieder aufzubauen und zu kühlen. Eingeatmet durch die Nasenlöcher kann dieses potenzierte Öl selbst Schmerzen im Körper und in den Nerven regulieren.

Nach der Behandlung soll ich duschen und ein Kopftuch tragen.

Ich gehe zurück zu meinem Zimmer. Ich fühle mich sehr offen und meine Sinneswahrnehmungen sind geweitet. Ich genieße schon die Umgebung und die warme Luft, die Geräusche und die Gerüche und bin glücklich!

Während der Kur mache ich nicht viel. Ich habe schon mal smalltalks mit anderen Leuten oder lese, besonders gerne spaziere ich aber an dem langen weiten Sandstrand entlang. Vor allem morgens, um den anbrechenden Tag zu begrüßen!

Nach dem vierten Tag stelle ich plötzlich fest, das ich den morgendlichen Spaziergang am Meer ohne Rückenschmerzen absolviert habe! Mir war es nicht aufgefallen, das mein Becken sich wieder gerade gestellt hätte! Was hat nun so gut geholfen? War es die Kräuterstempelmassage oder ist eine Entzündung aus dem Lendenwirbelbereich rausgegangen?

Fortsetzung folgt!

Maya